HOME  RALLYES  ORGANISATION  PARTNER  EHRENTAFEL  STATISTIK  KONTAKT  MEDIA 9.-11.11.18  

Aktuelle Meldungen

2018-11-17
Erik Wolfertz: Meine Rallye Köln Ahrweiler 2018
Die Vorbereitungen für diese Rallye sind schon enorm, zumindest bei mir. Wir waren für fast alle Fälle gewappnet, denn ich hatte neben 5 Satz Rädern für alle Wetterbedingungen auch noch ein halbes Auto an Ersatzteilen im Gepäck. Gas und Kupplungszug hab ich sowieso immer im Kofferraum, auch einen Keilriemen und Zündkerzen und einen Satz Zünd-Kabel, Verteilerfinger, 2 Tüten Schrauben (alleine 1kg), Reifendichtgel und Schaum, sämtliche Deckel, die man verlieren könnte und ein Stück langen Draht und Dichtband für Kühlerschläuche.

Ach ja, Kühlerdicht fährt auch immer mit, sowie mindestens ein Reserverad aber auch schon mal zwei.

Aber was wir dieses Jahr im Servicewagen mithatten, war schon der Knaller. Alles! Ersatzteile wie Dämpfer, Querlenker, Scheinwerfer, neue Vergaser, Ansaugbrücken, Ersatzkühler mit E-Lüfter, Anlasser, Lima, Kipphebel, Dichtungen, Wasserpumpe, Sicherungen, Radbolzen, eine Kiste Schrauben 50kg schwer und ja… eine komplette Lenkung sowie eine Hinterachse. Einbaufertig mit allen Anbauteilen.

Des Weiteren natürlich zwei bestückte Werkzeugwagen, zuzüglichen Kisten mit Dichtungsmaterialien, Öl, Reifendichtspray und Gel, SikaFlex, etliche LED Handlampen, eine Stehlampe, Zelt und und und……

Karin war Donnerstag bei der Abnahme schon mit dabei. Olly und Robin kamen mit dem Servicewagen Freitagnachmittag an. Sie hatten sofort die Aufgabe die Räder zu wechseln. Sowohl bei Norbert wie auch bei mir.

Die Freitagabend WP 1a und 1b liefen ganz gut. Ich fuhr aber unruhig und nicht sehr flüssig, so dass fünf Mal das Getriebe sich beschwert hat und es krachte bzw. der gewählte Gang gar nicht erst rein ging. Das kostete Zeit, aber wir waren trotzdem zufrieden. Fanden wir uns doch auf Platz fünf in der Klasse und Gesamt auf Platz 27 zwischen Ascona 400 und dem E30 320 von Kai Stumpf hinter uns wieder. Mit 2,4 Sekunden Vorsprung auf mich und vor dem Ascona 400 landete Team Jansen im Ascona auf Platz 25.

Dieter und Alina auf 30, Nobby (Zaremba) auf alten Regenreifen 33, Juppy Heiden 39, Nolte Platz 40. Noch vor Team Jansen die Uhl Brüder, Darius mit Manfred auf Platz eins gefolgt von einem holländischem Ascona A auf Platz 2 in der Klasse.

So starteten wir Samstagmorgen die erste WP des Tages (WP2) hoch nach Lind, allerdings nun im Nassen. Team Jansen und wir konnten die Uhl Brüdern zwar von Platz 3 verweisen, aber zufrieden waren wir trotzdem nicht. Also ich mit mir selber nicht!

Immerhin 9 Grad, zwar feucht, aber da müsste eigentlich mehr gehen, wie dieses Rumgerutschte! Die Reifen hatten keinen richtigen Gripp. In der WP3 „Sahrbachtal“ war es ähnlich, aber wir konnten den Abstand trotzdem vergrößern.

Woran lag es? Es war der Luftdruck! Wir hatten zu viel davon in den Reifen und ließen etwas ab. Schon klappte es in der WP4 „Lückenbacher Hohl“ besser. Ich konnte es noch nicht glauben und fuhr sehr vorsichtig. Trotzdem hatten wir einen kleinen Dreher, so dass in Summe der Uhl Escort sich Platz 4 holte.

Es regnete und im Service füllten wir Wasser nach und wechselten auf Regenreifen. Richtige Wahl wie sich herausstellte, denn auf dem Nürburgring war es sehr nass. Schon auf der Anfahrt zur WP bemerkte ich den deutlich besseren Gripp der Reifen. Hatten wir bisher den Nachteil der langen Achsübersetzung (habe ich extra zur RKA eingebaut), so konnten wir das ab hier als Vorteil ausspielen. Anstelle 174km/h sind nun zur RKA mit dieser Achse 193km/h Endgeschwindigkeit möglich.

Die WP5 „Feste Nürburg“ lief super an. Schon die ersten Kurven gingen richtig gut und im Bergaufstück zum Ring war alles sehr kontrollierbar. Mit Auffahrt auf den Ring war ich hochkonzentriert und es lief richtig gut.

Im „Klostertal“, eine lange Links 3, hatten wir heftiges Übersteuern, was ich aber abfangen konnte und die Kurve letztlich im Drift nahm. Auf der Bergab-Passage war ich dann wieder vorsichtig bis zum „Kesselchen“, wo wie jedes Jahr eine Bremsschikane stand. Am „Bergwerk“, die Bergab-Links 3, waren wir jedoch letzte Rille, um über die Brücke zu fahren (Ex-Mühle). Ab hier geht’s steil bergauf zu „Kallenhard“.

Um dort in dem Aufwärtsstück keine Zeit zu verlieren, sollte man ab der „Ex-Mühle“ über „Wehrseifen“ eine ziemlich enge Links 3 in rechts 3 Kombination sehr sauber fahren um den Schwung mitzunehmen.

Das tat ich auch, aber ich traf den Scheitelpunkt der ersten Links 3 etwas zu früh und musste dadurch am Ausgang der Kurve bremsen. Halb so schlimm, doch zugleich trat ich die Kupplung und schaltete in den dritten Gang zurück. Anstelle nun die Kurve zu Ende durchzurollen, lies ich die Kupplung - wie gewohnt - zur unterstützenden Bremskraft langsam kommen.

Der mittlerweile auf Standgas abgesunkene Motor heulte kurz auf und brachte die Hinterachse in Verbindung mit betätigter Fußbremse zum Blockieren, so dass der Wagen hinten quer kam. Ich lenkte noch gegen und hätte ihn fast abgefangen, aber er drehte sich dann doch noch weiter ein, bis wir mit den Hinterrädern auf die Curbs und dann auf die Wiese kamen und letztlich in die Planke mit dem Heck zuerst einschlugen. Ganz klar mein Fahrfehler!

Wir fuhren sofort unversehrt weiter, aber nun bemerkten wir die erhöhte Temperatur des Kühlwassers. Komisch, hinten hab ich keinen Kühler, also musste es einen anderen Grund als den Unfall haben. Ich ging vom Gas, aber stehen bleiben sollte man an solchen Stellen nun auch nicht.

Wir erreichten zwar das Ziel der WP, aber die Wassertemperatur war bei fast 110 Grad. Bei der Tankstelle um die Ecke füllten wir 2Liter Wasser nach. Viel zu viel! Kurz nach dem Start der WP6 haben wir daher beschlossen aufzugeben, zumal das Heck seit dem Unfall sehr komisch hoppelte und schnelle Zeiten damit in WP 6 und 7 bis zum Service nicht möglich gewesen wären.

Facit: Wir waren wirklich schnell unterwegs und es wäre eine deutliche Duftmarke geworden, aber hätte wenn und aber…….ich hab zu viel gewollt, sag ich jetzt mal.

Der Nürburgring ist sicherlich rückwärts gefahren eine super Strecke die ich sehr gerne fahre. Aber ob diese Strecke zu einer Rallye gehört, darüber streiten sich die Fahrer seit Jahren. Zumal wenn man bedenkt, dass die Hälfte der ausgefallenen Teilnehmer hier ihr Auto in die Planken setzte, dann sollte man über die Notwendigkeit dieser WP im Rahmen der RKA mal nachdenken.

(Teambericht Erik Wolfertz)


(c) 2004 ks design