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2010-02-15
WRC 1: Mikko Hirvonen siegt in Schweden
Blue Oval-Pilot Mikko Hirvonen heißt der erste Sieger der Rallye-WM-Saison 2010. Der Finne verwies bei der Eis- und Schnee-Veranstaltung in Schweden Titelverteidiger Sébastien Loeb (Citroen) und Focus-Teamkollege Jari-Matti Latvala auf die Ränge zwei und drei.

Von Beginn an der Rallye wurde deutlich, dass der Sieg nur über einen der vier Werkspiloten von Ford, Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala oder Citroën, Sébastien Loeb und Daniel Sordo, gehen würde. Mit Ende der sechsten Wertungsprüfung hatte sich jeder der vier Favoriten ein Stück vom Prüfungs-Kuchen abgeschnitten. Loeb und Hirvonen waren besonders hungrig und griffen insgesamt sieben respektive sechs Mal zu. Es entwickelte sich ab dem zweiten Tag der erwartete Zweikampf. Am Samstagabend hatte sich der Finne bereits mit gut 16 Sekunden ein kleines Polster herausgefahren und baute dieses am Abschlusstag kontinuierlich aus. Nach 21 Prüfungen war das Endergebnis in das schwedische Eis gemeißelt: Hirvonen siegte mit 42 Sekunden Vorsprung vor Loeb. "Ein perfekter Start ins Jahr", so der Triumphator. "Die letzten Prüfungen waren wirklich nervenaufreibend. Ich versuche, meine gute Form mit nach Mexiko im März zu nehmen, aber dort herrschen natürlich ganz andere Bedingungen."

Den dritten Platz hielt bis zur 15. WP Daniel Sordo fest in seinen Händen Dann aber dieses kuriose Missgeschick: Der Spanier sah die Motortemperatur seines C4 in die Höhe schnellen und fragte seinen Co-Piloten Marc Marti, ob dieser wie vor jedem SP-Start gewohnt die Abdeckungen vom Lufteinlass entfernt hatte. Die Antwort lautete "nein". So musste das spanische Gespann mitten auf der Prüfung anhalten und den Lapsus ausbügeln. Das schwerwiegende Resultat: eine Minute Zeiteinbuße und der Verlust des Podestplatzes an den Ford-Konkurrenten Jari-Matti Latvala. "Ich verstehe nicht, wie so etwas passieren kann", beschwerte sich Sordo. "Fahrfehler – ja. Falscher Aufschrieb – meinetwegen. Aber das?"

Bei den Piloten aus der "zweiten Reihe" überzeugte insbesondere Sébastien Ogier. Der Junioren-Weltmeister von 2008 glänzte schon im vergangenen Jahr mit guten Ergebnissen und weiß auch 2010 mit dem Citroën Junior Team ein starkes Team an seiner Seite. Für eine Prüfungsbestzeit reichte es in Schweden zwar nicht, aber dank durchweg solider Top-8-Zeiten war der fünfte Gesamtrang des Franzosen nie gefährdet. Ebenfalls ein relativ "einsames" Rennen fuhren Henning Solberg, Matthew Wilson (beide Stobart-Ford) und Mads Östberg im privat eingesetzten Subaru Impreza WRC auf den Rängen fünf bis acht. Dank der FIA-Regeländerung freuten sich in Schweden auch Petter Solberg (privater Citroën C4 WRC) und Per-Gunnar Andersson (Skoda Fabia S2000) auf ihren Plätzen neun und zehn über WM-Zähler. Andersson entschied damit auch die Wertung des neuen Super-2000-Weltcups für sich. Diese Wertung ist ein Vorgeschmack auf die Rallye-WM 2011, in der die vertrauten World Rally Cars durch die Super-2000-Modelle mit 1,6-Liter-Turbomotor ersetzt werden. Die Wertung der Produktionswagen gewann der Schwede Patrik Flodin im Subaru Impreza.

Neben dem Duell Ford gegen Citroën galt ein erhöhtes Augenmerk zwei weiteren Finnen mit großen Namen. Zum einen dem zweimaligen Rallye-Weltmeister Marcus Grönholm, der in Schweden einen Gastauftritt für das Stobart-Ford-Team gab – zum anderen dem Formel-1-Weltmeister von 2007, Kimi Räikkönen, der sich von der Königsklasse in diesem Jahr eine Auszeit nahm und seiner Rallye-Leidenschaft hingab. Er bildet 2010 zusammen mit Sébastien Ogier das Duo im Citroën Junior Team. Während Kimi Räikkönen in den ersten fünf Prüfungen noch seinen Rhythmus finden musste, zeigte Grönholm, dass er als "Rallye-Rentner" noch nichts von seinem Können verloren hat: Gesamtrang sechs vor seinen Stobart-Teamkollegen Henning Solberg und Matthew Wilson. Dann die verhängnisvolle sechste Wertungsprüfung: Räikkönen blieb mit seinem C4 in einem Schneewall hängen und verlor mehr als 25 Minuten bei den Bergearbeiten. Von seinem durchaus respektablen Rang zehn fiel er weit im Klassement zurück. Grönholm erwischte es nicht viel besser: Elektrikprobleme kosteten ihn rund zwölf Minuten Zeit. Auch für "Bosse" war damit die Hoffnung auf einen Punkterang begraben. Doch sowohl Räikkönen als auch Grönholm ließen sich durch diese Rückschläge nicht unterkriegen und sorgten im weiteren Verlauf der Rallye für Aha-Erlebnisse. Größter Höhepunkt: Bestzeit von Grönholm auf Wertungsprüfung 14. Der Altmeister: "Es bedeutet mir sehr viel, hier eine Prüfung gewonnen zu haben. Aber insgesamt? Nicht so toll."

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